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Illegale Hundehändler in die Falle getappt
(02|09|09) Der Schweizer Tierschutz STS stellte ungarischen Welpenhändlern eine Falle. Bei der Übergabe der Welpen im grenznahen deutschen Waldshut griff die zuvor alarmierte Polizei zu. Im Transportfahrzeug befanden sich Welpen, die weder das minimal vorgeschriebene Alter aufwiesen noch gegen Tollwut geimpft waren.

Folgendes Inserat fanden Mitarbeiter des STS im Internet: „Unsere Havaneser Racker suchen Ihre neue Familien. Wir empfehlen sie für alle wer einen guten Freund sucht“, hiess es in holprigem Deutsch. Unter verdecktem Namen wurde ein Kauf vorgetäuscht, worauf der Händler den Parkplatz vor dem Lidl im grenznahen deutschen Waldshut als Übergabeort vorschlug.

Doch statt eines Käufers erschien darauf die vom STS informierte Polizei am Übergabeort und führte eine Razzia durch. Zwei kleine Beagle-Welpen und drei Havaneser-Welpen wurden umgehend konfisziert. Sie entsprachen weder dem gesetzlichen Mindestalter noch waren sie gegen Tollwut geimpft. Die Welpen waren von der über zwölfstündigen Reise von der ungarischen Vermehrungsstätte nach Waldshut völlig erschöpft und ausge- mergelt. Leere Transportbehälter wiesen darauf hin, dass ein Teil der „Ware“ bereits vor der Razzia an Käufer übergeben worden war. Die Ermittlungen der Polizei gegen die illegalen Hundehändler laufen nun weiter. Der STS wird versuchen, die konfiszierten Welpen in die Schweiz zu überführen und zu betreuen.

Unseriöse Internetangebote
Leider ist dies kein Einzelfall: Im Internet findet man häufig Angebote an jungen Hunden jeder Rasse, Farbe und Grösse zu Dumpingpreisen. Ahnungslose Interessenten bezahlen erst im Nachhinein ihr Lehrgeld. Die Welpen stammen vielfach aus osteuro- päischen Ländern, wo sie in Massenproduktionen unter schlimmsten Bedingungen, ohne Licht und zusammengepfercht auf engsten Raum dahinvegetieren. Viel zu früh werden sie von der Mutter getrennt. Völlig verwurmt und schon stark geschwächt werden die hilflosen Winzlinge in Sammeltransporten über Hunderte von Kilometern durch ganz Europa zum Käufer gekarrt. Für die Hunde-Mafia ist dies ein lohnendes Geschäft. Denn in den Erzeugerländern kosten die Tiere bloss um die 30 bis 50 Franken. Doch am Abgabeort in der Nähe der Schweizer Grenze werden sie dann für 500 bis 800 Franken verschachert, was etwa der Hälfte des marktüblichen Preises entspricht. Die Tiere sind oft nicht geimpft und entwurmt, werden deswegen oft schon mit tödlichen Krankheiten verkauft und die 6 bis 8 Wochen alten Welpen sind meist schlecht sozialisiert. Die Käufer sehen sich dann mit Verhaltensstörungen wie z.B. Angstbeissen konfrontiert.

Der skrupellose, unseriöse Hundehandel kann nur gestoppt werden, wenn die Händler keine Käufer mehr finden und der Zwischenhandel verboten wird. Der Schweizer Tierschutz STS sammelt zur Zeit Unterschriften für seine Petition „Stoppt die Hundemafia“. Der STS verlangt ein gesetzliches Verbot der Zwischenhandels von Hunden, damit diese mafiösen Machenschaften auf Kosten der Tiere ein Ende hat.


Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99