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Mindestens 10 Millionen Pelztieren bleibt die brutale Tötung für die Pelzmode erspart.
(02|10|09) Die Bilder grausam misshandelter Pelztiere in China gingen um die ganze Welt. Inzwischen spürt aber auch die mächtige Pelzindustrie die Wirtschaftskrise und den Druck durch die internationalen Tierschutzorganisationen. Der Umsatz der Pelzbranche ging um 13 Prozent zurück. Der Schweizer Tierschutz STS ist gleich auf zwei Ebenen tätig: In China, dem grössten Pelzproduzenten der Welt, setzt er mit seiner Kulturkampagne «Design Against Fur» auf die Aufklärung der lokalen Bevölkerung. Mit einem neuen Label wirbt er gleichzeitig in der Schweiz für pelzfreie Bekleidung.

Nachdem er ihm kurz vorher mit einem Knüppel über den Kopf geschlagen hat, reisst ein Arbeiter dem schwer verletzten Marderhund noch bei lebendigem Leib das Fell vom Körper und wirft das sterbende Tier anschliessend achtlos auf einen Haufen mit Artgenossen, welche bereits das gleiche Schicksal erfahren haben. Diese grauenhaften Bilder aus China, welche der Schweizer Tierschutz STS vor vier Jahren veröffentlichte, gingen rund um die Welt und schockierten die Öffentlichkeit. Doch der STS liess es nicht dabei bewenden: Er lancierte in China eine Sensibilisierungskampagne zu diesem Thema unter dem Titel «Design Against Fur», an der landesweit Tausende von Studentinnen und Studenten der Kunsthochschulen teilnahmen. In Zusammenarbeit mit Animal Trust und der Genfer «Fondation Marchig» hat der STS heute Freitag in Zürich die von einer Jury prämierten Video-Clips und Plakatentwürfe des bereits zum dritten Mal durchgeführten Wettbewerbes präsentiert.

Vor den Medien hat Präsident Heinz Lienhard das Engagement des STS so begründet: «Gegen die Massentierquälerei an Millionen von Tieren, die in der ganzen Welt mit der Pelzmode zusammenhängt, kann nur auf internationaler Ebene vorgegangen werden, und bei dieser Vernetzung darf gerade auch die Schweiz nicht fehlen.» Bedingt durch die weltweite Wirtschaftskrise, aber auch wegen des unermüdlichen Einsatzes von Tier- schutzorganisationen, sinkt der Umsatz der internationalen Pelzindustrie dieses Jahr laut Angaben der «International Fur Trade Federation» (IFTF) um 13 Prozent, was nach Schätzungen des STS rund zehn Millionen Tiere vor einem grausamen Tod bewahrt.

Ist also bereits eine Trendwende in Sicht? Aktuelle Recherchen des Tierfilmers Mark Rissi im Frühling dieses Jahres in China lassen Zweifel aufkommen. Erneut hat er mit seiner Kamera entsetzliche Bilder in Pelzfarmen und auf Märkten von geschundenen Pelztieren eingefangen. Dennoch gibt es gewisse Anzeichen der Hoffnung für die Tierfreunde: Wenn auch mit langen Übergangsfristen, haben sich die Volksvertretungen der wichtigen europäischen Pelzzuchtländer Dänemark und Holland immerhin dazu entschieden, Fuchs-, beziehungsweise Nerzfarmen in Zukunft zu verbieten.

Label für pelzfreie Mode

Der STS will noch einen Schritt weiter gehen. Er hat deshalb Anfang dieses Jahres das Logo «Fur Free» im Rahmen der weltweiten Aktion «Consumers for a Fur Free Society» lanciert, das von 35 führenden Tier- und Umweltschutzorganisationen getragen wird. «Glücklicherweise gibt es Modedesigner, die konsequent auf Pelz verzichten», meinte Rekha Datta, Vize-Miss-Schweiz 2008, an der Medienkonferenz. Mittlerweile stehen rund ein Dutzend Labels und Modehäuser auf der laufend aktualisierten Liste des STS, die sich als «pelzfrei» deklariert haben.


Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99