(06|08|09) Der Schweizer Tierschutz STS rät davon ab,
einen Hund oder eine Katze aus den Ferien mitzunehmen. Sinnvoller wäre es, den Hund am
Urlaubsort zu lassen und einen örtlichen Tierschutzverein in seiner Arbeit zu
unterstützen. So führen zum Beispiel in vielen Feriengebieten engagierte Tierschützer
Kastrationsaktionen durch, um das Problem der streunenden Hunde in den Griff zu bekommen.
Der kleine Hund am Strand wirkt süss und anhänglich. Am liebsten würde man ihn gleich
mit nach Hause nehmen. Doch die streunenden Hunde am Badestrand sind nicht geimpft,
sozialisiert oder an Innenräume gewöhnt. Ein Anschaffungsentschluss sollte sorgfältig
überlegt werden. Wer sich im Urlaub für einen Hund entscheidet, kann dies auch nach den
Ferien mit einer sinnvollen Tat verbinden. Die Schweizer Tierheime suchen geeignete
Plätzchen für die vielen abgeschobene Hunde und Katzen. Es mangelt den Heimen an
Unterbringungsmöglichkeiten und auch an Geld für die Verpflegung und Betreuung.
Abzulehnen ist auch der Spontankauf auf einem Markt, Händlern oder unseriösen
Tierhilfsorganisationen, auch wenn das Hündchen noch so mitleidig aussieht. Damit
fördert man höchstens die Geschäfte der professionellen Welpenvermehrer.
Wer ein lebendes Tier aus dem Ausland in die Schweiz einführen will, muss einen
erheblichen Aufwand auf sich nehmen. Die Chip- und Impfvorschriften müssen erfüllt sein
bevor das Tier an der Grenze steht. Prinzipiell besteht die grösste Infektionsgefahr für
Vierbeiner in subtropischem, mediterranem oder tropischem Klima. Die Krankheits- symptome
sind oft vielfältig und geben kaum eindeutige Hinweise auf die Ursache. Da die Erkrankung
erst viel später, unter Umständen erst Jahre später ausbrechen kann, sehen viele
Hundebesitzer keinen Zusammenhang zwischen dem Ferienort und der Erkrankung und erwähnen
den Ursprungsort des Tieres bei der Tierarztvisite nicht. Das Erkennen und die Behandlung
wird dadurch erschwert oder sogar verunmöglicht.
Die Symptome der Leishmaniose zum Beispiel treten manchmal erst Jahre nach der Ansteckung
auf. Die Überträger dieser heimtückischen Krankheit sind Mücken. Ein Stich genügt.
Sie lösen Hautveränderungen aus, die von Schuppenbildung, Haarausfall bis zu eitrigen
Geschwüren reichen. Die Krankheit endet oft mit dem Tod durch Nierenversagen. Auch
Dirofilariose, die Herzwurmkrankheit, wird durch Mückenstiche übertragen. Die Larven
gelangen in die Blutbahn und ins Herz des Hundes. Atemnot, chronischer Husten und
Funktionsstörungen der Leber und Nieren sind die Folgen.
Babesiose ist eine weitere Infektionskrankheit. Sie wird durch Zecken übertragen. Der
Krankheitsverlauf ist oft tödlich. Erstes Anzeichen ist hohes Fieber, gefolgt von
Müdigkeit und Appetitlosigkeit.
Die Babesien, einzellige Parasiten, dringen in die roten Blutkörperchen ein und
zerstören sie. Die Folge: Blutarmut mit Gelbsucht, Lähmungserscheinungen und Atemnot.
Auch die Ehrlichien, bakterienähnliche Erreger, werden durch Zecken im Mittelmeerraum
über- tragen. In der Anfangsphase haben die infizierten Hunde hohes Fieber, sind schwach
und verweigern das Futter. Erbrechen, Nasen- und Augenausfluss sind erste Indizien. Dann
folgt eine zweite, ruhige Phase, die sich über Jahre erstrecken kann. Wenn das
Abwehrsystem des Hundes die Erreger nicht besiegen kann, bricht in der dritten Phase die
Krankheit vollends aus. Erbrechen, Muskelzuckungen, Blutungen sind die Folgen.
Für Rückfragen:
Geschäftstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99
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