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STS fordert McDonald’s zu mehr Tierschutz und Swissness auf
(06|09|09)  McDonald’s zählt mit seinen 146 Restaurants in der Schweiz zu den Leadern der Gastrobranche. Da der Branchenriese bei der Beschaffung von Fleisch und Eiern dem Tierwohl nur eine untergeordnete Bedeutung beimisst, lanciert der Schweizer Tierschutz STS heute eine landesweite Unterschriftenaktion. Darin fordert er McDonald’s auf, dem Tierschutz und der Schweizer Herkunft der Produkte (Swissness) mehr Beachtung zu schenken. Das Fastfood-Unternehmen mit gegen 100 Millionen Gästen jährlich bezieht das gesamte Geflügelfleisch, rund 1000 Tonnen Pouletbrust pro Jahr, aus ausländischer Massenproduktion, die in keiner Weise dem Schweizer Tierhaltungsstandard entspricht. Ebenso stammen sämtliche Eier aus dem Ausland. Der STS fürchtet zudem, dass McDonald’s die bisherige, tierfreundliche Beschaffungspolitik beim Rindfleisch kippen könnte.

Das Tierwohl scheint beim Fastfoodunternehmen McDonald’s kaum eine Rolle zu spielen. So stammt zwar das Rindfleisch für die Burger aus Schweizer Betrieben, doch der exklusive Zusammenarbeitsvertrag mit den bisherigen Lieferanten, den IP-Bauern, der einen guten Tierhaltungsstandard mit regelmässigem Weidegang und Auslauf sowie eine naturnahe Bewirtschaftung garantiert hatte, soll gekündigt werden.

Extrem stossend ist für den STS, dass bei McDonald’s Schweiz Pouletfleisch und Eier samt und sonders aus dem Ausland stammen. Dabei gäbe es hierzulande genügend tierfreundliche Bauern, die gerne mehr produzieren würden. Denn ausländische Mast- und Legehühner werden zumeist in Massentierhaltungen mit zehntausenden von Tieren je Stall auf engem Raum gehalten, was in der Schweiz mit Recht verboten ist. Insbesondere die Pouletmast nimmt im Ausland kaum Rücksicht auf das Tierwohl, die Haltungs- standards unterschreiten diejenigen der Schweiz meist gewaltig. So werden Masthühner oft unter künstlichem Dauerlicht gehalten, damit sie mehr fressen und schneller wachsen, es fehlen erhöhte Sitz- und Ruheorte und pro Quadratmeter Stallfläche dürfen fast 50% mehr Tiere gepfercht werden, als die eidg. Tierschutzgesetzgebung erlaubt.

McDonald’s in der Verantwortung
Für den Schweizer Tierschutz STS ist es untragbar, dass ein so grosser Marktplayer dem Tierwohl eine untergeordnete Priorität einräumt und bei Geflügelfleisch und Eiern ausländischen Massentierhaltungen den Vorzug gibt, statt auf einheimische Produkte von tierfreundlichen Schweizer Bauern zu setzen. Gerade ein Branchenriese wie McDonald’s Schweiz übe mit seinem enormen Fleischverbrauch im positiven wie im negativen Sinn grossen Einfluss auf das Tierwohl aus und müsse unbedingt mehr Verantwortung übernehmen, findet der STS. Der Verband fordert deshalb McDonald’s auf, bei der Beschaffung von Rindfleisch auch in Zukunft auf besonders tierfreundliche Herkunft zu setzen und kein Fleisch von konventionell gehaltenen Kühen zu verwenden, die statt auf der Weide praktisch den grössten Teil ihres Lebens angekettet im Stall leben müssen. Ebenso solle der Konzern bei der Beschaffung von Milchprodukten, Eiern und Fleisch konsequent auf tierfreundliche Haltung und Schweizer Herkünfte (Swissness) setzen.

Gastronomie hinkt hinten nach
Der Detailhandel, allen voran die beiden Grossverteiler Migros und COOP, setzt zunehmend auf tierfreundliche Produkte von Schweizer Bauern. Denn immer mehr Konsumenten legen beim Einkauf Wert auf tierfreundliche Schweizer Produkte und sind bereit, dafür mehr zu bezahlen. Der Umsatz von Labelfleisch und Freilandeiern liegt mittlerweile denn auch bei stolzen CHF 2 Milliarden! Doch die Schweizer Gastronomie verschläft diesen Trend. Sie setzt stattdessen mehrheitlich auf Billigfleisch-Importe aus Tierhaltungen, die in der Schweiz verboten sind. Dies hat eine Umfrage des STS im Herbst 2008 zur Verwendung von tierfreundlichen Produkten in Restaurants ergeben. So scheint für erschreckend viele Wirte das Tierwohl überhaupt kein Thema zu sein. Dabei zeigte sich kein Unterschied, ob es sich um eine einfache Dorfbeiz oder ein teures Gourmet- Restaurant handelt. Der STS wird deshalb vermehrt Aufklärungsarbeit in der Gastronomie betreiben.

Alle Infos zur Kampagne unter  >>  www.tierschutz.com/kampagnen/mcdonalds

Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99