(13|01|10) Nachdem in einer zum deutschen Geflügelkonzern Wiesenhof
gehörenden Elterntierhaltung für Masthühner im niedersächsischen Twistringen massive
Tier- quälereien und Verstösse gegen die deutsche Tierschutzgesetzgebung dokumentiert
wurden, warnt der Schweizer Tierschutz STS Konsumenten vor dem Kauf von Import-
Geflügelfleisch. Nach Recherchen des STS liefert Wiesenhof nämlich auch in die Schweiz.
Darüber hinaus beurteilt der STS ausländische Geflügelfleischherkünfte grundsätzlich
als problematisch, da dieses Fleisch in jedem Fall aus Massentier- haltungen mit
hunderttausenden von Tieren stammt mit systemimmanent tierschutz- widriger Haltung. Der
STS empfiehlt den Konsumenten, generell Schweizer Herkünfte, insbesondere aus
Freilandhaltung, zu kaufen.
Die Bilder aus dem für das Unternehmen Wiesenhof produzierenden Elterntierbetrieb
könnten aus einem Horrorfilm stammen: Im Stall liegen verletzte Hühner im eigenen Kot
und tote Tiere. Brutal schmettern Betreuer und Impftrupps aussortierte Hähne in Kisten.
Hühner werden hin und herschleudert, um ihnen das Genick zu brechen ( >> Video der ARD-Sendung report Mainz ). Unter dem Druck der Beweislast
hat Wiesenhof die Verstöße zugegeben und "personelle Maßnahmen angekündigt.
Für den Schweizer Tierschutz STS steht fest, dass die Tierschutzkontrollen bei Wiesenhof
offensichtlich völlig ungenügend sind. Betroffen davon sind auch Schweizer Konsumenten
und Detaillisten, die Wiesenhof-Produkte importieren.
Auch wenn die Vorfälle bei Wiesenhof in der Schwere ein Einzelfall sein mögen, für den
STS ist aufgrund eigener Recherchen in ausländischen Geflügelmastbetrieben und nach
Durchsicht der EU-Tierschutzgesetzgebung klar, dass die ausländische Geflügelmast
systematisch tierschutzwidrig betrieben wird und auch nicht annähernd die Schweizer
Minimalnormen erfüllt.
So dürfen im Ausland bis zu 30 Masthühner je Quadratmeter zusammengepfercht werden.
Weder Tageslicht noch erhöhte Ruheplätze, wie sie Hühner benötigen, sind Pflicht. Zur
Steigerung der Futteraufnahme werden die Tiere 24 Stunden dauerbeleuchtet. Viele dieser
Masthühnerrassen leiden aufgrund der Zucht auf schnelles Wachstum unter schmerz- haften
Beinschäden. Die Tiere können zum Teil kaum mehr laufen. Aufgrund der immer schmutziger
werdenden Einstreu entstehen schmerzhafte Entzündungen und Geschwüre an den Fußballen.
Die ausländische Geflügelmast wird in Grossbetrieben mit zum Teil hunderttausenden von
Tieren betrieben, während in der Schweiz eine maximale Ober- grenze von 18'000 Tieren
eingehalten werden muss.
Der Schweizer Tierschutz STS warnt deshalb Konsumenten vor dem Kauf von Import-
Geflügelfleisch und empfiehlt, Schweizer Freilandpoulets nachzufragen, die zwar etwas
teurer sind, dafür aus kontrollierter und anständiger Haltung kommen. Er appelliert an
Detailhandel und Gastrobereich, Schweizer Geflügelfleisch-Herkünfte zu berücksichtigen,
wird doch heute bereits über die Hälfte des Geflügelfleischkonsums importiert.
Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99
|
|