(18|06|09) Schon vor einem Jahr hat der Schweizer
Tierschutz STS bestimmte Tier- haltungen von gewissen Zirkusbetrieben kritisiert. Nach
einer erneuten Begutachtung durch eigene Fachleute zieht der STS eine durchzogene Bilanz.
Einige bedenkliche Zirkusse sind inzwischen ganz von der Bildfläche verschwunden, andere
haben kaum etwas verbessert. Als positive Beispiele stechen einzig der Circus Knie sowie
der Circus Monti bei der STS-Recherche heraus.
Wie eine erneute Recherche des Schweizer Tierschutz STS aufzeigt, legen etliche Zir- kusse
nur schon Mühe an den Tag, die geltenden Tierschutzvorschriften einzuhalten. So
verhängte das kantonale Veterinäramt Bern dem Circus Royal Auflagen zur Tierhaltung,
nachdem im vergangenen Jahr von Tierschutzorganisationen Beschwerde eingereicht wurde.
Gezwungenermassen hat darauf Zirkusdirektor Oliver Skreinig halbherzig einige
Verbesserungen vorgenommen, doch entsprechen nach Ansicht der Experten des Schweizer
Tierschutz STS noch immer einige Gehege nicht der aktuellen Tierschutz- verordnung. Nach
einer Anzeige des Zürcher Veterinäramtes wegen ungenügender Haltung seiner Elefanten im
Winterquartier, hat Wendel Huber inzwischen die Dickhäuter an einen Elefantenhof in
Deutschland abgegeben. Von der Bildfläche verschwunden ist auch der Circus Medrano,
welcher letztes Jahr ebenfalls in der Kritik des STS stand.
Ungenügende Mindestvorschriften
Zwar sind die Mindestvorschriften für die Haltung von Wildtieren in der neuen Tierschutz-
verordnung insofern verschärft worden, als die Zirkusbetriebe grösstenteils nicht mehr
weiter von Ausnahmebewilligungen profitieren können. Allerdings gilt für bestehende
Gehege eine lange Übergangsfrist von zehn Jahren. Nach Ansicht des STS reichen aber die
neuen Mindestanforderungen in vielen Fällen für ein artgerechtes Leben der Tiere nicht
aus und sie wurden bei der Überprüfung durch den STS nicht einmal überall einge-
halten. So hat sich an der kritisierten Tierhaltung im Circus Nock praktisch nichts
geändert gegenüber dem Vorjahr.
Circus Knie übernimmt Vorbildfunktion
Umso erfreulicher schätzt der STS die Entwicklung beim Circus Knie ein, wo seit dieser
Saison sämtliche Pferde über einen eigenen Auslauf verfügen und jederzeit selber frei
wählen können, ob sie sich draussen oder im Stallzelt aufhalten. Zusätzlich stellt Knie
den Pferden auch Weiden zur Verfügung. Neuerdings werden auch die Elefanten -ausser zur
Fusspflege- überhaupt nicht mehr angebunden. Bei praktisch allen Tierarten werden die
Mindestvorschriften bei weitem übertroffen. Vorbildlich stuft der STS auch den Circus
Monti ein. Er beschränkt sich auf ein paar wenige Haustierarten, die sich für die
besonderen Verhältnisse im Zirkus gut eignen, und bietet allen geräumige und
verhaltensgerecht strukturierte Gehege an.
STS bleibt am Ball
Auch nächstes Jahr will der STS die Zirkusbetriebe wieder besuchen. Dabei sollen nebst
den Gehegen der Tiere auch die Ausbildungsmethoden und die Vorführungen in der Manege auf
deren Tierschutzrelevanz überprüft werden.
Der STS hat das Bundesamt für Veterinärwesen und die zuständigen kantonalen Vete-
rinärämter aufgefordert, die tierschutzrelevanten Haltungen umgehend zu kontrollieren
und den Gesetzesstandard überall durchzusetzen.
Der STS-Zirkusbericht 2009 online unter >> www.tierschutz.com/zirkus2009
Für Rückfragen:
Geschäftstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99
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