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Mehr Tierschutz auf der Jagd
(30|11|09) In der Schweiz ist die Akzeptanz für die Jagd stark am Schwinden. Lediglich noch eine kleine Minderheit von knapp 21 % der Schweizer Bevölkerung befürwortet sie ohne Einschränkungen. In der Kritik steht insbesondere der mangelhafte Tierschutz. Dies ergab eine im Auftrag des Schweizer Tierschutz STS durchgeführte repräsen- tative GfK-Studie. Der STS fordert deshalb den Bundesrat auf, bei der angelaufenen Revision der eidgenössischen Jagdschutzverordnung tierquälerische Jagdformen, wie die Baujagd, zu verbieten und dem Tierschutz auf der Jagd zum Durchbruch zu ver- helfen.

In den Wäldern sind die letzten Schüsse gefallen, die Jagdsaison geht dem Ende ent- gegen. Möglicherweise gehört aber die private Jagd, die früher ein Privileg des Adels war und im Zuge der Demokratisierung weiteren Volksschichten zugänglich wurde, schon bald ganz der Vergangenheit an. Denn die Jägerschaft wird von Nachwuchssorgen geplagt. Noch problematischer ist indessen die schwindende Akzeptanz der Jagd in der Bevöl- kerung. Eine aktuelle Umfrage deutet darauf hin, dass nur mehr eine kleine Minderheit vorbehaltlos die Jagd begrüsst. Demgegenüber steht sie bei 79 % in der Kritik (19 % sind grundsätzlich gegen die Jagd oder möchten sie abschaffen, 60 % fordern, dass sie ökologischer und tierfreundlicher durchgeführt werden soll).

Breite Zustimmung zu mehr Tierschutz auf der Jagd
Mehr Tierschutz auf der Jagd ist ein Anliegen breiter Kreise. 69 % der Befragten wollen, dass die Jagd tierschonender ausgeführt wird. In der Romandie sind es sogar gegen 75 %. Das sei ein starkes Signal zugunsten für mehr Tierschutz auf der Jagd, ist Heinz Lienhard, Präsident des Schweizer Tierschutz STS, überzeugt. Es läge jetzt am Bundesrat, bei der anstehenden Revision der Jagdschutzverordnung dieses Anliegen der Bevöl- kerung aufzunehmen. Nur so liesse sich die geschwundene Akzeptanz der Jagd wieder verbessern.

Verbot der tierschutzwidrigen Baujagd
Als tierquälerisch schätzt der STS die sogenannte Baujagd ein, bei der ein abgerichteter Hund in Fuchsbauten gehetzt wird, um den Fuchs zum Abschiessen herauszutreiben. „Diese Methode ist unnötig und ineffizient zur Bestandesregulation der Füchse“ begründet STS-Wildtierexperte Peter Schlup die Forderung nach einem Verbot der Baujagd. Sie steht zudem im Widerspruch zur Tierschutzgesetzgebung, welche verbietet, Tiere ungerecht- fertigt in Angst zu versetzen oder ihnen Leid zuzufügen und sie aufeinanderzuhetzen. Ein umfangreiches, aktuelles Fachgutachten der SWILD (SWILD - Stadtökologie, Wildtier- forschung, Kommunikation) zur Baujagd kommt zum Schluss, dass Eingriffe am Fuchs- bau jagd- und tierethisch problematisch sind und Füchse bei der Baujagd offensichtlich in Angst versetzt werden. Es kommt zudem immer wieder vor, dass sich im Bau Hund und Fuchs verbeissen und verletzten oder durch den Kampf Hunde und Füchse in den Bauten verschüttet werden.


Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99